Nach jahrelangem Streit hat der Agrarausschuss des Niedersächsischen Landtages heute für die Aufnahme des Wolfes in das Landesjagdrecht gestimmt. Der landwirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Hermann Grupe, zeigt sich über die Entscheidung erleichtert: „Für Halter von Weidetieren ist dies ein ganz wichtiger und historischer Tag. Denn mit der stark ansteigenden Population des Wolfes in Niedersachsen sind leider auch die Risse von Weidetieren gravierend gestiegen. Nach wie vor ist diese Situation für viele Nutztierhalter finanziell existenzbedrohend und psychisch sehr belastend. Insbesondere viele Schäfer haben in den letzten Jahren aufgrund der unerträglichen Situation ihren Betrieb eingestellt. Durch die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht ist nun endlich der erste Schritt in die richtige Richtung erfolgt, um die Wolfspopulation auf ein verträgliches Maß zu regulieren.“

Trotz aller Zufriedenheit über das jetzige Votum erinnert Grupe an den steinigen Weg, der der jetzigen Entscheidung vorausging. Im Jahre 2015 hatte die FDP-Fraktion im Landtag erstmals die Aufnahme des Wolfes in das Landesjagdrecht gefordert. „Das jahrelange Verschleppen dieses dringlichen Themas durch die aktuelle und vorherige Landesregierung hat bei vielen Familien in Niedersachsen, die Schafe, Rinder, Pferde oder andere Weidetiere halten, Spuren hinterlassen und für viel Leid und Frust gesorgt. Das dort verspielte Vertrauen in die Politik lässt sich nur schwer wieder aufbauen. Darum erwarte ich, dass das jetzt beschlossene neue Jagdrecht auch konsequent umgesetzt wird, damit sich die Lage schnellstmöglich verbessert“, fordert der FDP-Landwirtschaftsexperte.

Hintergrund: Im Rahmen seiner 78. Sitzung hat der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz heute die Aufnahme des Wolfes in das Niedersächsische Landesjagdrecht beschlossen.

FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag